Über mich
Ich arbeite dort, wo kulturelle Selbstverständlichkeiten fragil werden: in Momenten des Übergangs, des Bruchs und der Neuorientierung. Mich interessiert, wie Menschen unter veränderten Bedingungen Sinn stiften, miteinander sprechen und gesellschaftliche Ordnung aushandeln.
Ich arbeite an der Schnittstelle von Kulturgeschichte, politischer Gegenwart und öffentlichem Gespräch. Mich interessieren die Formen, in denen Menschen sich selbst und ihre Welt verstehen – und jene Momente, in denen diese Formen brüchig werden. Diese Fragen begleiten meine Arbeit seit vielen Jahren, in unterschiedlichen Kontexten und Formaten.
Ausgebildet als Romanist, arbeite ich in mehreren romanischen Sprachen und bewege mich zwischen unterschiedlichen europäischen und außereuropäischen Diskursräumen. Die Mehrsprachigkeit ist für mich keine Zusatzqualifikation, sondern eine Erkenntnisbedingung: Sie schärft den Blick für rhetorische Unterschiede, für divergierende Vorstellungen von Öffentlichkeit, Konflikt und Zusammenleben – und für das, was in nationalen Debatten oft unsichtbar bleibt.
Ein zentraler Strang meiner Arbeit ist kulturgeschichtlich und historisch ausgerichtet. Ich beschäftige mich mit autoritären politischen Kulturen sowie mit der Erfahrung von Besatzung, Gewalt und Verfolgung im Europa des 20. Jahrhunderts, insbesondere in Frankreich unter deutscher Besatzung. Diese Auseinandersetzung bildet einen wichtigen Hintergrund meiner Überlegungen zu Form, Sprache und öffentlicher Ordnung – auch jenseits des historischen Feldes.
Seit vielen Jahren arbeite ich zudem als Journalist, unter anderem für die Deutsche Welle, mit Analysen und Berichten zur Politik und Kultur des Nahen Ostens und Nordafrikas. Die journalistische Arbeit hat meinen Blick für gegenwärtige Konfliktlagen, politische Semantiken und die Bedingungen öffentlicher Kommunikation unter Druck nachhaltig geprägt.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit gilt dem Gespräch. Mich interessiert, wie Sprache Nähe stiftet, Orientierung ermöglicht und Veränderung eröffnet – aber auch, wie Gesprächsformen erodieren und gesellschaftliche Verständigung prekär wird. Diese Fragen verfolge ich literarisch, philosophisch und im Austausch mit unterschiedlichen Öffentlichkeiten.
Ich moderiere Gespräche und Veranstaltungen und arbeite mehrsprachig auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch. Ich halte Lesungen, Vorträge und Gespräche für Kultur- und Bildungseinrichtungen, Universitäten, Stiftungen und andere öffentliche Institutionen und entwickle Formate gern im Austausch mit den jeweiligen Gastgebern.
Akademische Qualifikation
Studium der französischen und portugiesischen Philologie in Köln, Toulouse und Fortaleza. Promotion in Romanischer Philologie mit einer Dissertation zur brasilianischen Gegenwartsliteratur: Zerbrechliche Bilder. Identitätskonstruktion im Werk Autran Dourados (Peter Lang, 1998).
Meine Arbeit ist vergleichend angelegt und bewegt sich zwischen Disziplinen, Sprachen und Erfahrungsräumen. Sie versteht sich als Beitrag zu einer Kultur der Verständigung – gerade dort, wo diese unter Druck gerät.
Wenn Sie Interesse an meiner Arbeit oder an einer Zusammenarbeit haben, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.